92 Rechts

Rechts ist für mich prinzipiell gut. Mein rechter Arm ist stärker, ich gehe lieber auf der rechten Seite und ich biege lieber rechts ab, denn das ist ungefährlicher. Wenn allerdings ein Wahlergebnis Richtung rechts zeigt, finde ich das gar nicht gut. Es ist beängstigend.

Bayern 2023 (vereinfacht)

In Bayern war Wahl und das vorläufige Ergebnis schaut ungefähr so aus. CSU ist immer noch stärkste Partei der Mitte, AfD hat wieder zugelegt und die SPD spielt nicht mehr mit. Das Nazi-Pamphlet hat Hrn. Aiwanger in Bayern auch nicht geschadet. In Hessen war das Ergebnis noch besser für die rechtsradikale AfD. Mir ist schlecht und ich habe Söderbrennen.

Exemplarisch steht dieses Bild auch für das Verhalten der konservativen Parteien, welche die Mitte für sich beanspruchen – gerade in Österreich. Man denke nur an Frau Mi-Lei in St. Pölten. Wenn eine Partei Angst hat WählerInnen an Links oder Rechts zu verlieren, dann nähert man seine Position an die des Gegners an. Man glaubt, wenn ich mir rechte Ansichten in der Mitte zu eigen mache, kann ich Stimmen zurückgewinnen. Das ist aber falsch. Das Geplärre der Rechten wird dadurch nur bestätigt und die Wankelmütigen sind auch noch futsch.

Warum das so ist, kannst du hier nachhören. Der Podcast ist wirklich spannend. Ob D oder Ö ist völlig egal, die Methoden sind die gleichen. Marcel Lewandowsky ist Politologe und Populismus ist sein Gebiet.

Podcast: denkangebot.org: Marcel Lewandowsky über das Umfragehoch der AfD

Ich hoffe, du hast dir die Ausführungen Rahmstorfs angehört. Wenn nicht findest du sie auf 91.

Cui bono? (Wem nutzt es?)

Warum sagen PolitikerInnen das, was sie sagen? Sie könnten auch etwas anderes von sich geben. Auf X ist mir Folgendes aufgefallen: Hr. Aiwanger von den Freien Wählern in Bayern rülpst extrem häufig das Wort “Wasserstoff”. Ja den werden wir brauchen, aber GRÜNEN Wasserstoff. Dieser wird mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt, allerdings mit einem Verlust von ca. 40%. Man braucht also vieeel grünen Strom, den gerade Bayern nicht erzeugen will. Aiwanger, das ist der mit dem Nazibekenntnis in der Schultasche, will zum Heizen der Häuser und Wohnungen statt Erdgas H2 verwenden, was für die Kunden sehr belastend wäre, weil die Gasleitungen umgebaut werden müssten und Wasserstoff teuer bleiben wird und weniger Energie im gleichen Volumen wie Erdgas steckt. Wasserstoff wird auf lange Sicht für die Industrie und für den Flugverkehr (SAF) gebraucht werden und nicht für den Endkunden. Wobei klar ist, dass die Wärmepumpe die effizientere, billigere und ungefährlichere Lösung für das Heizungsproblem darstellt.

Also warum? Meine These ist folgende. Angenommen die Freunde der Öl- und Gaslobby schaffen es einen großen Bedarf an Wasserstoff zu erzeugen, obwohl es bessere Alternativen gibt. Die Menschen schreien dann nach H2, der nicht mehr grün hergestellt werden kann, weil zu wenig grüner Strom da ist. Also hilft die Gasindustrie aus, denn Wasserstoff kann man auch aus Erdgas gewinnen (GRAUER Wasserstoff), so wie es jetzt noch der Fall ist. Cui bono? Die Gasindustrie und den PolitikerInnen verdienen sehr viel Geld. Man macht weiter wie bisher. Das Geschäftsmodell “fossile Energie” existiert weiter. Wem nutzt es nicht? Den KundInnen weil sie sich blöd zahlen bzw. der Menschheit, weil dadurch wieder keine Treibhausgase reduziert werden. Das Gas muss im Boden bleiben!!! Die größten Treibhausgasemittenten sind Öl- und Gasfelder.

Radikalen, wir reden heute von denen, die rechts sind, hat Chaos und Angst immer in die Hände gespielt. Vielleicht wollen sie deshalb nichts gegen die Klimaerhitzung unternehmen. Schon einmal darüber nachgedacht?

Lebe lang und mit der Natur

3 Gedanken zu „92 Rechts“

  1. zwei Gedanken:

    1. die Gemeinden/Städte /Staaten müssten einerseits den Preisunterschied von flüsternden und lauten Wärmepumpen bezahlen (fördern) und gleichzeitig die Raum/Bauordnung so ändern, dass man diese außen an der Fassade montieren kann. Lärm hin oder her, die paar Jahre, bis es brauchbarere Alternativen gibt, halten wir Stadtbevölkerung das aus. Fernwärme wäre theoretisch nett, aber die Rohre durch die Stadt graben, erscheint mir etwas zu aufwändig. Noch dazu habe ich am eigenen Leibe erfahren, wie halsabschneiderisch der Verein in Wien ist (damals Verdunster und relativ hoher “Verbrauch” in einer nicht beheizten, weil leerstehenden Wohnung)…

    2. Wasserstoff macht für’s Auto/LKW -fahren Sinn. Es ist zwar ein Effizzienzverlust damit verbunden, aber ständig stehen bleiben MÜSSEN, ist noch ineffizienter. Ich habe in der Arbö Zeitschrift einen Bericht über eine Fahrt zum Großglockner und zurück gelesen (wobei ich nicht verstehe, wozu man so eine Fahrt überhaupt macht). Da wurden mehr als zwei h stehend verbracht – und hatte wohl Glück, dass die Ladesäulen gerade frei waren. Daher macht es Sinn, wenn die Speichertechnologie nicht langsam an Fahrt gewinnt, dies ins Auge zu fassen. In meiner Traumwelt verlaufen sowieso unterirdische Ladekabel die Fahrbahn entlang und laden den Wagen auf der Autobahn. Das wäre wie ein Minirennbahnauto, das man nicht steuern braucht… hach, das wäre schön….

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    • Danke für deine ausführliche Darstellung.

      ad 1) Der zukünftige Tausch von Gasthermen lässt WP-Hersteller sehr kreativ werden. Eigentlich ist es eine Klimaanlage Luft/Luft die heizt. Funktioniert, ich habe so etwas auch.

      ad 2) Die Ladung eines E-Autos kann auch schneller gehen, wenn der passende Schnelllader vorhanden sind. Eine Vereinheitlichung wäre notwendig. Denk an die Autos vor 100 Jahren und vergleiche sie mit den heutigen. Es wird besser.

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      • ad 2 ja, das stimmt. ich bin überzeugt, dass es besser wird. nur, bis dahin , diese10,15 Jahre, zahlt es sich aus, auf emmissionsfrei zu gehen und sei es mit dem Umweg h². tut ja nicht weh. für die Kurzstrecke (90% aller Fahrten) soll es ja elektrisch sein.

        ad1
        finde ich auch. was glaubst, was das für ein Wirtschaftsaufschwung wird, wenn flüsterleise super großzügig gefördert werden mit abnehmendem förderbetrag für jeden km Transportweg….

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