109 Worte

Worte sind Schall und Rauch – oder messerscharf und spitz. Gestern habe ich letzteres erlebt. Da liege ich gechillt auf dem Sofa und schaue mir ein Bio-Pic über Ruth Bader-Ginsburg an: Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit. Wer nur einen Anflug von Gerechtigkeitssinn hat, wird diesen gut gemachten Film mögen.

Ruth Bader-Ginsburg, die einen nahezu aussichtslosen Prozess anstrebt, nämlich die Aufhebung der geschlechtlichen Ungleichheit, ist aufgrund verschiedener Geschehnisse am Tiefpunkt ihrer Motivation. In dieser Szene tritt, die im Moment pubertierende Tochter ein, sieht sie und sagt diese mächtigen Worte: “Für wen kämpfst du denn, wenn nicht für mich?”

Gencraft et moi

Diese Worte fuhren mir durch Mark und Bein, denn sie haben bei mir einen Nerv getroffen. Es geht einiges an Zeit für die Website drauf, die Leserschaft ist sehr überschaubar, die Motivation hängt oft in der Kniekehle, aber ich gebe nicht auf wegen unseren Kindern und Enkeln. Sie haben auch ein Recht darauf, die Natur so bestaunen zu dürfen, wie wir Alten das konnten.

Leider war mir Natur in meinen Jugendjahren total wurscht, und genau diese Einstellung erlebe ich in der Altersgruppe von 15 bis open end. Ich gehe demonstrieren, versuche, als Vorbild zu leben, zu informieren ohne Angst zu machen, aber nur zu schnell geht der Rollbalken runter und die Ohren werden zugeklappt.

Aber ganz ehrlich, dieses Verhalten merke ich bei Erwachsenen auch. Ich wünschte, ich fände die elektrisierenden Worte und könnte den Funken weitergeben. Bis jetzt war ich ein Feuerzeug ohne Flint. Ich fühle mich hilflos.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Methoden, welche die Erdöl- und Gaslobby gerne in die Welt setzt, damit der Funke noch schlechter überspringt.

Desinformation, Täuschung, Spaltung, Ablenkung, Verzögerung, Verzweiflung und Untergangsstimmung

Propagandaschlacht ums Klima von Michael E. Mann

Ich weiß, dass sich die Einstellung ändern wird, aber dann haben wir seeeeehr viel Zeit und Möglichkeiten verschwendet. Dann könnte ich sagen: “Ich habe es ja gleich gesagt.”, nur leider bringt auch nichts.

Manchmal sind aussichtslose Kämpfe die wichtigsten, denn sie verändern die Gesellschaft zum Besseren.

4 Gedanken zu „109 Worte“

  1. du bist wie einE MusikerIn

    die wollen auch (an)gehört werden. und vor allem livemusikerInnen wissen, das ist die Chance jetzt. bildnerische haben es leichter. posthum besteht immer noch die Hoffnung…

    deshalb: spielen nur, wenn es dir Spaß macht und es aus dir herausfließt. das Publikum kommt oder kommt nicht. (Glück hast du, wenn du genau das spielen möchtest, was sie mögen) ansonsten bist du halt Kommerz

    apropos Spaltung: “was machst du für’s Klima? Sieh dir deinen ökologischen Fußabdruck an!”

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