Lercherlschas 156

Ein Lercherlschas ist in Ostösterreich ein Begriff der besagt, dass etwas nicht schwerwiegend ist. Das ist auch gleich meine Überleitung zu Vögel, auf den Flatus der Lullula arborea komme ich später noch einmal zurück.

Am 12.01.2025 wird in Kärnten mit einer suggestiven Frage über den Ausbau der Windenergie abgestimmt (Volksbefragung die nicht bindend ist). Es wird nahegelegt, dass Windkraftwerke der Natur schaden. Vermutlich eine Anspielung auf Vogelschlag. So ein Schas!

Die häufigsten Gründe für Vogelsterben

Gut, das hätten wir jetzt auch geklärt. Also in Kärnten alle Fenster raus oder Strom ab!

Ein kleiner Rückblick auf 2024 gefällig: Karsten Schwanke (Meteorologe) im ARD

Die Unwetter, die Karsten Schwanke zeigt, sind vermutlich noch ein Lercherlschas, zu dem was noch kommen wird.

Vogel furzt
Es war nicht die Lerche, es war der Rotflügelstärling (Fotograf leider unbekannt)

Ein gutes oder besseres Jahr 2025 – aber vielleicht war 2024 noch das bessere von den beiden. Wir werden sehen.

Erkenntnis: Lebe lang und mit der Natur!

X-Mess 155

X-Mess ist kein Schreibfehler, sondern ein Wortspiel. Du kennst die englische Phrase: “what a mess” für “was für ein Chaos”, denn genau auf das bewegen wir uns.

Christbaum 2024
Copilot et moi

Es steht inzwischen fest, dass 2024 das heißeste Jahr seit Anbeginn der Aufzeichnungen ist. Geosphere Austria, früher ZAMG, hat das bereits veröffentlicht. Und wir liegen nicht ein bisschen über den anderen Werten sondern extrem darüber.

Temperaturabweichung 2024
GeoSphere Austria

Seit 1768 wird gemessen und wir haben es geschafft, dass Österreich im Tiefland sogar schon 3,1 °C über dem Mittel ist. Bravo Menschheit!

Die genauen Daten kannst du dir hier ansehen:

Du kannst dir die Infos auch beim ORF holen, da musst du nicht so viel lesen.

Mir scheint in Österreich ist es ungefähr doppelt so heiß, wie im globalen Durchschnitt. Das ist keine gesichertes Faktum, sondern eine Vermutung von mir. Das 1,5-Grad-Ziel haben wir aber schon ein paar mal überschritten. Sag ja nur…

X-Mess Nummer 2

X ist auch die Plattform, die von Elon Musk gekauft wurde. Meiner bescheidenen Meinung nach, hat es dem guten Elon seit längerem die Sicherungen durchgeschmort. Oder wenn man einen alpinen Vergleich haben will: Es hat ihm die Ski verrissen.

Vor kurzem schrieb der beste, dass nur die AfD die Zukunft für Deutschland sei. Das war der Zeitpunkt, an dem ich den Account deaktiviert habe. Sorry Follower, aber das geht einfach nicht. Das ist zu viel.

Man muss bedenken, welche Reichweite, dieser einzelne Mensch hat. Er folgte mir übrigens auch, weil er wahrscheinlich allen folgte, damit der Algorithmus seine sinnentleerten Äußerungen an alle verteilen konnte – praktisch mit einem Knopfdruck. Das ist unkontrollierte mediale Macht, die wir nicht unterschätzen dürfen. Wenn wir nicht mehr wissen was wahr und was falsch ist, dann haben wir keine gemeinsame Gesprächsbasis. War in den 1930er Jahren genauso. Denk an den 5. Apokalyptischen Reiter. (144) Das Bild illustriert eine Erkenntnis, die viele noch nicht hatten.

Der 5. apokalyptische Reiter heißt Desinformation
siehe Bild links oben

Trotzdem schöne Weihnachten und hoffentlich kein X-Mess!

Erkenntnis: Lebe lang und mit der Natur!

Erkenntnis 154

Erkenntnis ist durch Einsicht gewonnenes Wissen, sagt Wikipedia. Diese Erkenntnis kann Freude oder Unbehagen auslösen. Aber grundsätzlich finde ich Erkenntnis wertvoll.

Ich kenne so viele, die bei dem Wort Physik oder Chemie gleich schreiend davonlaufen, obwohl das gar nicht notwendig ist. Leider fristen diese beiden Fächer in der Schule ein Schattendasein und für Experimente fehlte immer Geld. Es wird immer Menschen geben, die sich für Naturwissenschaften nicht interessieren, aber gleich so viele? Man muss nicht immer alles bis ins Kleinste verstehen, das überlasse ich denen, die diese Fächer studiert haben. Aber in groben Zügen kann man die Themen schon verstehen, wenn man will. So sehe ich das.

Erkenntnis: Konzeptlandkarte der Chemie
A.Spielhoff, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Vorlesung von Prof. Dr. Sebastian Seiffert habe ich regelrecht genossen. Er unterrichtet das ganz Arge: Physikalische Chemie. Diese Vorlesung ist gut nachvollziehbar und beschäftigt sich mit grundlegenden Mechanismen des Klimawandels. Ein Gastbeitrag kommt von Özden Terli, einem bekannten deutschen Meteorologen. Wenn du je Zweifel hattest, ob das, was ich hier schreibe Hand und Fuß hat, dann schau dir diese Vorlesung an. Das Schöne dabei ist, du musst nachher keine Prüfung ablegen – fühle dich ganz als ewige/r Student*in.

Die Erkenntnis kommt am Schluss – versprochen, aber schau dir bitte alles an.

Wenn etwas ein naturwissenschaftliches Gesetz ist, dann ist es allgemeingültig und ist immer wirksam. Mit Physik und Chemie kann man nicht verhandeln. Wegschauen hilft auch nicht. Wenn du dich besser fühlen möchtest, dann tue etwas dagegen. Du könntest dich zum Beispiel in deiner Gemeinde politisch engagieren, so wie es Al Gore schon in “Eine unbequeme Wahrheit” vorschlägt – und er hat recht damit. Wenn du die vorhandenen Politiker:innen scheixxe findest, dann werde selbst ein/e bessere/r. Gerade auf Gemeindeebene musst du kein Wunderwuzzi sein. Im Jänner sind in Niederösterreich Gemeinderatswahlen und im März in Vorarlberg. Du kannst nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden. Engagement hilft dich besser zu fühlen. Auch das ist eine Erkenntnis.

Eine Erkenntnis habe ich noch auf Lager. Wenn du dir dieses kurze Filmchen von Yellow Dot Studios ansiehst, dann habe den Buchtitel “Männer die die Welt verbrennen” im Hinterkopf.

Habe ich zu viel versprochen?

Lebe lang und mit der Natur!

153 Hainburg

Mit dem Foto “Erdaufgang” der Apollo 8 Mission begann man, unseren kleinen Planeten mit anderen Augen zu sehen. Nach der Veröffentlichung wurden die ersten Umweltschutzbewegungen gegründet. So beschrieb es schon Al Gore in “Eine unbequeme Wahrheit”.

starobserver.org: NASA, Besatzung Apollo 8, Bill Anders; Bearbeitung und Lizenz: Jim Weigang

Diese blaue Murmel ist schon sehr schön, aber wir sind drauf und dran sie zu verspielen. Wenn wir noch schärfer nachdenken: Den Planeten wird es nach dem Auslösen der Tippingpoints immer noch geben, uns Menschen vielleicht nicht mehr. Öl verbrennen, Kopf in den Sand – ist das die Sache wert?

Taktiken

Wir Österreicher können gut erdulden, das haben wir über die Jahrhunderte gelernt. Aussitzen ist eine veritable Taktik oder wir laufen irgend einem laut schreienden Mann hinterher. Gerade eben schreit wieder einer sehr laut. Hinterher sitzen wir in den Trümmern und tun uns selbst leid.

Stolz und Vorurteile

Aber einmal war ich sehr stolz auf die Österreicher*innen. Damals sollten viele Hektar Auwald für ein Kraftwerk gerodet werden und wir haben dagegen protestiert. Ich war nicht dabei, denn ich war erst 12. Mit 14 habe ich mir dann 1 m2 Au gekauft, damit er nicht bebaut werden kann. Die Protestaktion führte schlussendlich zur Gründung der Grünen. Meiner Meinung nach haben sie in Sachen Klimaschutz in der letzten Koalition mehr weiter gebracht als alle Koalition davor.

Was mir im Moment wahnsinnig auf die Nerven geht ist, dass man aus dem Klimabonus eine Steuer machen will. Das System der Rückzahlung der CO2-Abgabe an die Bevölkerung ist eine äußerst intelligente und international anerkannte Maßnahme. Denn die Personen, die einen niedrigen CO2-Verbrauch haben profitieren davon. Diejenigen die viel verbrauchen, müssen zahlen. Das ist keine Frage des Geldes, sondern der Kommunikation, wenn die Bevölkerung das nicht versteht.

Zurück zu dem Moment des Stolzes. Der ORF hat die Ereignisse schön zusammengefasst. Wer älter ist, bekommt auch seine eigenen Momente zurück – eine schöne Zeitreise.

ORF: ZIB2 History “Protest in der Au – 40 Jahre Hainburg”

Wer lieber liest: ORF – “Das wärmende Gefühl des Zusammenstehens” oder Kurier – “Als die Punks zur Aubesetzung nach Hainburg kamen”

Die Rettung der Au in Hainburg half ein besonderes Biotop zu bewahren. Gleichzeitig schützt es als Überschwemmungsgebiet bei Hochwasser und befüllt das Grundwasserreservoir. Biodiversität, natürlicher Hochwasserschutz und Trinkwasser werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. Wer sich die Au anschauen möchte findet hier Infos: Nationalpark Donau Auen.

Nicht vergessen, den letzten “Extrem Weather Report anschauen”!

152 Auto

Auto ist vielleicht das häufigste Wort von kleinen Kindern nach Mama. Das behaupte ich hier und jetzt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass dieses Wort so oft fällt und das Auto in Österreich so einen hohen Stellenwert hat. Unlängst bin ich in dem Buch, “Männer, die die Welt verbrennen”, über den Begriff “Petromaskulinität” gestolpert.

Ich musste herzlich lachen, weil mir sofort ein Dutzend junge Männer, mit denen ich beruflich zu tun hatte, einfielen, auf welche die Beschreibung passte. Mit einem Auto werde ich ernst genommen, meine Muskeln schwellen auf 200 Pferdestärken an, ich mache laute Geräusche, jeder nimmt mich wahr, Frauen schauen mich an und ich habe einen riesigen P..is. In einem Dokumentarfilm sah ich folgendes: Ein Schimpansenmännchen schlägt mit einem Gegenstand auf Bäume, lustigerweise war es ein gefundener Benzinkanister. Das verursachte laute Geräusche und dadurch wirkte er mächtiger als er in Wirklichkeit war. Diese Verhaltensweise ist für mich zu 100% auf das humane Männchen übertragbar.

Die Idee, dass jeder Mensch zu jeder Zeit mit dem Auto hinfahren kann, wohin er will, ist wunderbar. Zuerst konnten das nur gut betuchte Menschen, heute hat fast jeder ein Auto und wir sind viel mehr Menschen als um 1900. Um den Gedankengang zu demonstrieren habe ich hier ein eher unscharfes Bild, jedoch ist unterhalb der Link zum Video. Es zeigt Los Angeles zu Thanks Giving 2024.

+

foxla.com/traffic über X

Wenn das nur E-Autos wären, dann stünden die Leute trotzdem im Stau. Daher muss es in Ballungszentren gut funktionierende Öffis (ÖPNV) geben. Auch ich wünsche mir weniger Geruchsbelästigung, höflichere Menschen, keinen Abfall und keine offene Getränkedosen um 6 Uhr morgens.

ABER diese Zustände sind veränderbar, wenn wir das wollen. Das ist so eine Erziehungssache. Wenn mir eine Verhaltensweise absolut gegen den Strich geht, dann spreche ich die Verursacher ganz nett und vor allem NICHT aggressiv an. Hat bis jetzt wunderbar funktioniert. Anschnauzen ist keine gute Idee, nett sein schon.

In London war ich erstaunt, dass die Menschen in den U-Bahnen so gesittet und wohlriechend waren. Es gab nur einen Hinweis: Man solle Fächer nicht benutzen. Diese Briten ts ts ts. Ich hoffe sie finden wieder in die EU zurück.

Ein Auto hat auch etwas mit Lebensabschnitten zu tun. Im Sommer war ich in einem Museum und da stand das erste Auto meiner Eltern, an das ich mich erinnern konnte. Man darf es ruhig K.I.T.T. nennen, denn die Karosserie des Peugeot 404 bestand zum Schluss hauptsächlich aus Glasfaserflecken und Kitt. Natürlich habe ich den Führerschein gemacht und durfte mit dem Familienauto fahren. Als Landkind haben sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten erschlossen. Später in Wien war ich froh, dass ich verantwortungslos mit der U-Bahn fahren kann. Und das mache ich noch heute (grins).

Das Thema Auto habe ich schon öfter aufgegriffen: 8 und Rettungsplan, den du auch im Menü findest.

Das Fahrzeug, das eigentlich ein Stehzeug ist, weil es typischerweise 23h am Tag herumsteht. (zwinker)

Auto brumm brumm quietsch krach. Eine Geschichte in fünf Worten.