68 Lieferant*innen – Nachschlag

Neues aus Wien und NÖ

Für Herrn Nehammer gendere ich gerne: Lieferant*innen; und es ist eine gute Überleitung für das nächste politische Desaster. Frau M-L (Bitte keine Begriffe in die Initialen hinein interpretieren. Ich konnte mir die Buchstaben nicht aussuchen – sie schon.) sprach vor der Wahl, dass sie niemals mit dieser Partei koalieren würrrrde. (Mir ist gerade schlecht.) Auch würde Herr L niemals mit M-L zusammen arbeiten. Nieeeeemals! (Hörst du auch das rrrrrollende R in niemals?). Dreister wurden noch nie Wahlversprechen gebrochen. Wie lange lassen wir uns das noch gefallen? Vielleicht wird es Zeit das die Wähler*innen das Kreuz wo anders setzen.

Das war auch eine schöne Überleitung, weil ich dieses Thema in 67 schon aufgegriffen habe. Und zum hundertsten Male, … nein schau einfach in 67 nach wie viele E-Autos statt Autos mit Verbrenner + E-Fuel betrieben werden können. Das Schöne an der ganzen Sache ist, dass sich die Klientel des Herrn L sich die € 4,50 / Liter E-Fuel wahrscheinlich nicht leisten können und dann Herrn L mit gezückter Corona-Spritze über den Hof jagen werden. Die Verbrenner-Befürworter zahlen dann ca. € 27 – 31,50 pro 100 km. Da ist Strom tanken billiger und bei den Preisen kräht niemand mehr nach E-Fuels. Natürlich würden die E-Fuels in großen Mengen und besseren Verfahren billiger werden, in Automobilkreisen (ADAC) träumt man von € 1,20 – 1,70 VOR Steuern. Vor Steuern wohlbemerkt! Laut WKO sind auf Benzin 54% Steuern drauf. Dann wären es vergleichsweise € 2,62 pro Liter (1,70 netto). Irgendwelche Abgaben sind dem Staat immer noch eingefallen, auch wenn es dann nicht mehr Mineralölsteuer heißen kann.

Hier habe ich vom Klimafond noch Informationsmaterial über E-Fuels.

Endlich …

Wenden wir uns schöneren Dingen zu. Endlich ist der Frühling da. Wer einen Garten hat soll bitte Pflanzen setzen, die heimisch sind und keinen Unkrautvernichter etc. verwenden. Sicherheitshalber: nein die Thuje und der Kirschlorbeer sind nicht heimisch. Setze lieber Hainbuchen als Hecke. Insekten, Vögel und anderes Getier brauchen die passenden Pflanzen und wir brauchen das Getier. Siehe auch 65. Der kleinste Garten kann eine Oase für das Tierreich sein. Der kleine nicht-englische Rasen in dem Bild ist das All-you-can-eat-Buffet für Amseln, die sich die Regenwürmer holen. Es kommen auch Meisen, Finken, Rotkehlchen und letztens war ein Zaunkönig zu Besuch. Demnächst wird es auch im Insektenhotel wurln.

Lieferant*innen

Kommen wir endlich zu den neuen Bezugsquellen. Zuerst die Zukunft der Großstädte. Wien wird die Äcker von Rothneusiedl zubetonieren. Wenn man das weiter treibt, was vermutlich passiert, wird man die Nahrungsproduktion irgendwann gänzlich indoor machen müssen. In Wien im 22. gibt es tatsächlich eine Aquaponik-Anlage. Oben wachsen die Pflanzen und unten leben Fische, welche die Pflanzen düngen. Manches kann man über paradeisa.at kaufen, es gibt aber auch einen Hofladen. Schau selbst!

blün

Das Unternehmen heißt wirklich so, das ist kein Schreibfehler. [Aber die kommen leider manchmal tatsächlich vor 🙁 ]

Ein Platzhirsch mit seinen Gemüsekistln:

Biohof Adamah

Bis nächste Woche. Nicht vergessen, du findest die Adressen auch in der Infothek: Gute Lieferant*innen

67 Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Du kennst sicher diese fundamentale Erkenntnis Bertolt Brechts. Wenn man hungert überlegt man nicht lange, Hauptsache es kommt etwas in den Magen. Verstehe ich total. Aber gilt das auch für wohlgenährte Politiker?

Als Gif noch witziger

Erst kommt das Fressen …

Nach vielen positiven Rückmeldungen über die Lieferantenliste, habe ich mir gedacht, ich stelle sie dir dauerhaft zur Verfügung und ergänze sie, wenn ich etwas Neues weiß oder noch besser, wenn du einen neuen Lieferanten kennst. Schreib mir einfach ein Kommentar oder eine Mail mit Link und ich setzte ihn auf die Liste. Du findest sie im Menü Infothek unter Gute Lieferant*innen.

Neu dabei:

Biogemüse Hopf (Haringsee) liefert nach Wien
nackad.at Lieferung in Mehrwegverpackung Wien
Zotter-Schokolade und
die Liste von Nunu Kaller

… dann die Moral

In der Rede unseres Bundeskanzlers Nehammer konnte ich Moral leider nicht erkennen. Auch er hat sich auf das zukünftige große Fressen vorbereitet, in dem er rückwärtsgewandt der FPÖ-Wählerschaft den Hof macht. Dabei ist der Klimawandel und der Umgang damit, eine höchst moralische Frage, wie es auch Al Gore in “Eine unbequeme Wahrheit” ausdrückt. Ich würde mir nach ca. 30 Jahren Urnengang endlich Politiker*innen wünschen, die auf Problemlösung fokussiert sind und nicht auf die nächste Wahl.

Wir müssen aus dem Verwenden von Erdöl raus. Das ist eigentlich jedem klar. Wir verbrauchen weltweit pro Sekunde ungefähr 171.000 Liter (Kurier, 12.03.2023). Den Verbrennungsmotor mit synthetischen Kraftstoff betreiben klingt eigentlich logisch. Das Problem jedoch ist, dass man zuerst Wasserstoff erzeugen muss. Dazu braucht man viel Strom, der hoffentlich grün erzeugt wurde. Dann holen wir aus der Atmosphäre das Kohlendioxid, was wieder sehr energieaufwändig ist und dann verbraucht das Verfahren zur Synthetisierung des Kraftstoffs noch einmal eine große Menge Energie. Wenn die verwendete Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, dann ist das zwar CO2-neutral, aber sinnlos – vor allem für Autos. Für Langstreckenflüge oder große Schiffe ist es eine Lösung, für PKWs aber nicht. Denn ich kann mit der gleichen Menge Strom (zB. ein Windkraftwerk 3MW 200h/Jahr) entweder 1600 E-Autos mit einer Laufleistung von 20.000 km/Jahr betreiben, aber nur 250 mit synthetischen Kraftstoff (Studie des VDE 2021). Diesen haben die Nazis auch schon mit der gleiche Methode (Fischer-Tropsch-Verfahren) hergestellt. Was soll daran innovativ und modern sein, Herr Nehammer?

In einem Tweet von Reinhard Steurer (@ReiSteurer) ist herausgekommen, dass sich unser Bundeskanzler für seine Rede inhaltlich auf ein Buch stützt: “Apokalypse niemals”. Der Autor, Michael Shellenberger, zählt zu den Klimaleugnern. Da bleibt ein flaues Gefühl im Magen, wenn unsere Regierung die Wissenschaft negiert.

Angenommen es fände sich eine neue Gruppe aus Expert*innen, die sich zur Wahl aufstellen ließen und die von vornherein sagen, dass sie nur mit absoluter Mehrheit Politik betreiben und es ihnen tatsächlich egal wäre, wenn sie wiedergewählt würden. Hätten sie eine Chance? Ich denke – ja.

Jedes Staatsvolk bekommt die Politiker*innen das es verdient. Moral ist auch an der Wahlurne gefragt.

66 Stell dir vor … Visualisierung

“Imagine!”, hat schon John Lennon 1971 gefordert, 52 Jahre später komme ich dem gerne nach. Nur manchmal hapert es mit der Vorstellungskraft. Das wissen auch Menschen, die uns auf die Sprünge helfen wollen. Da hilft nur die Visualisierung von undenkbaren Konsequenzen oder komplexen Daten. Plötzlich macht es klick – und klick ist gut.

Wollen wir uns zuerst den undenkbaren Konsequenzen widmen. Stell dir vor, ein berühmter Philosoph lebte in unserer Zeit, dann hätte er vielleicht zu seiner weltbekannten Schlussfolgerung noch eine zweite angehängt. Die könnte dann so lauten:

Damit ist alles gesagt.

Stell dir vor, Wissenschaftler möchten seit Jahrzehnten Otto und Ottilie Normalverbraucher die rasante Erderwärmung erklären. Sie würden eine Visualisierung der Daten kreieren, bei der jedem klar wird, wie schnell das geht im Vergleich zu früher. Bitte schau dir das Video der NASA bis zum Schluss an.

Erderwärmung global

Stell dir vor, man würde die Visualisierung auf Zonen aufteilen. Das würde dann so aussehen:

Visualisierung gibt es auch in °C zum Download

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es immer noch gebildete Menschen in politischen Ämtern gibt, welche die Notwendigkeit zum ökologischen Handeln nicht erkennen. Es sei denn, sie würden dafür belohnt, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu ignorieren. Unvorstellbar, oder?

Geschichte wiederholt sich, dass hast du sicher in der Schule gehört, aber möglicherweise ignoriert. Die Infos hole ich mir aus Bücher, Magazinen – wie Geo Epoche, welches demnächst eingestellt werden wird (schluchz), aber manchmal auch aus Filmen oder Serien. Bei letzteren prüfe ich meistens nach, wie sehr die echte Geschichte für die Dramaturgie verändert wurde. Aber auch wenn es die Filmschaffenden nicht sehr genau nahmen, dann bekommt man eine Idee, wie es in dieser Zeit gewesen sein könnte.

Stell dir vor, die russische Bevölkerung würde die 6. Folge der 2. Staffel von “Vikings Valhalla” sehen und sich inspirieren lassen. Noch dazu wo die Wikinger als Basisvolk des russischen Narrativs gelten. Warum? Sage ich nicht, denn dann würde ich einen Spoiler-Alarm auslösen.

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Menschen aggressiv werden, wenn es ihnen schlecht geht und irgendwer muss daran schuld sein. Ein Sündenbock wurde immer schnell gefunden. Wieso sollte es in Zukunft anders sein? Das einzig Neue an der Zukunft ist das Globale an der Krise, nicht die Menschheit. Die Evolution des Homo sapiens ist definitiv langsamer als sich die Erde erhitzt.

Stell dir vor, es gäbe eine Visualisierung von einer Zukunft, in der man Gegenmaßnahmen getroffen hätte und eine in der man nichts getan hätte.

Fahrenheit – Celsius Rechner

Manches Gute passiert. Ein Drittel der Weltmeere soll geschützt werden. Wir alle freuen uns über das UN Abkommen, aber wer wird die Einhaltung kontrollieren?

Es ist ein Anfang vom Anfang und das ist besser als der Anfang vom Ende.

Bis in einer Woche.

65 Meine Nerven lieben diese Mücke

Normalerweise bringen mich diese kleinen Blutsauger aus der Ruhe und ich möchte sie alle tot sehen. Wenn man allerdings etwas Zeit investiert und die zahllosen Zusammenhänge in der Natur studiert, dann schlägt die Stimmung um. Während ich diesen Beitrag schreibe, läuft im Hintergrund Mozarts Requiem. Ich hätte keine bessere Musik für das Thema wählen können. Wenn nämlich jede Mücke tot wäre, dann könnte ich keine Schokolade essen. Whaaaat?

Darf ich vorstellen Forcipomyia hardyi, gehört zu den Gnitzen, oder auch blutsaugenden Zweiflügler. Ich höre die Mücke schon bei meinem Ohr sirren.

Forcipomyia hardyi (Diptera: Ceratopogonidae),
a Potential Pollinator of Cacao (Theobroma cacao)
Flowers in HawaiiD. O’DohertyJanna Zoll

Wir wissen alle eine gute Schokolade hat beruhigende Wirkung. Wenn es diese Mini-Monster nicht gäbe, würden die Kakao-Blüten nicht bestäubt, es gäbe keine Früchte, damit könnte ich auch keine Zotter-Schokolade essen. Ich wäre wesentlich unentspannter und mein Umfeld dem entsprechend auch. Die Katastrophe nähme ihren Lauf … Streit, Scheidung, Absturz, Obdachlosigkeit, das Ende. Also nehme ich lieber den Wunsch alle Mücken tot zu sehen zurück. Wir Menschen habe noch wenig Ahnung, wie die Abhängigkeiten innerhalb der Natur aussehen. Die Mücke dient auch als Nahrung und die Larve filtriert Wasser.

Artensterben, wenn juckt es? Inzwischen mich, weil mir klar geworden ist, das eine vielfältigere Natur, resilienter, also widerstandsfähiger, gegenüber den kommenden Veränderungen ist. Wenn Menschen dieses Netz von Abhängigkeiten zerstören, kann das böse enden. Unsere Mitbewohner aus China mussten das schon am eigenen Leib verspüren.

Die Gattung Passer domesticus zu stark dezimiert = Hungersnot mit vielen Toten der Gattung Homo sapiens.

Warum das so ist, erklärt dir am besten Prof. Lesch.

ZDF: Leschs Kosmos: “Artensterben, na und?!”

Es wird Zeit, dass wir dem veralteten Credo: “Mach dir die Erde Untertan!” abschwören.

“Die Natur ist deine Mutter, dein Vater, Bruder und Schwester. Ohne intakte Natur sind wir nichts.”, hat besser Zukunftschancen.

In der obigen Doku wird ein interessanter politischer Zugang erwähnt. In Ecuador steht in der Verfassung, dass die Natur zu schützen ist. Somit stehen Klagen, wenn jemand dagegen verstößt, nichts im Wege. In Österreich gibt es das nicht. Darum MUSS die Klimaklage über die Kinderrechte gespielt werden. Apropos Klage vor Gericht: es ist ein durch und durch demokratisches Mittel um Missstände zu bekämpfen, genau so wie das Recht auf Demonstration. Wer mit Demokratie nicht einverstanden ist, kann gerne nach Russland oder Nordkorea oder … auswandern. Ob es dort so angenehm und bequem wie hier in Österreich ist, wage ich zu bezweifeln.

In Österreich gibt es natürlich auch Arten die ausgestorben und welche die gefährdet sind, aber noch zu retten wären. Es liegt an uns.

Rote Listen für Österreich

In der Übersicht ist mir aufgefallen, dass 21 Vogelarten bereits ausgestorben und 14 bedroht sind. Wenn man alle Arten zusammen nimmt, kommt man auf folgende Zahlen: 55 Arten in Österreich ausgestorben aber 302 Arten vom Aussterben bedroht und welche Folgen das haben kann, weißt du jetzt.

Das Requiem ist aus, aber das Sterben nicht

64 Bio-Lieferanten für dich

Als aufmerksame/r Leser*in hast du sicher mitbekommen, dass konventionelle Landwirtschaft ihre eigene Grundlage ruiniert – nämlich den Boden. Die Biolandwirtschaft hingegen arbeitet mit den Bodenorganismen Hand in Hand und so ergibt sich eine Win-Win-Situation. In meinem Beitrag Nr. 62 habe ich die Netflix Doku “Kiss the Ground” erwähnt, die dir diese Vorgänge näher bringt. Apropos “Win”, der Gewinn ist für Bio-Landwirte niedrig bis nicht vorhanden, wenn sie mit konventionellen Bauern mithalten wollen. Bio-Landwirte haben weniger Ertrag und die Weltmarktpreise sind im Keller. Konventionelle Landwirtschaft macht ihr “Gerschtl” über die Menge. Denke an die endlosen Felder in D, oder Pl. Daher meine Conclusio: Bio-Betriebe haben kein Effizienz- sondern ein Vertriebsproblem. Jeder Zwischenhändler knabbert auch noch vom Gewinn, falls es einen gibt, etwas ab. Alles was direkt verkauft werden kann, wirft mehr Geld ab. Darum habe ich ein paar Bio-Lieferanten für dich.

Die Kuh kann nichts dafür

Jetzt kommen viele “Wenns”. Wenn nur so viele Rinder auf Weiden gehalten würden, wie es ökologisch verträglich wäre, dann wäre das tatsächlich gut für das Klima, weil die Böden sich verbesserten und damit Kohlstoff gebunden würde. Gleichzeitig dürfte es keine Mastbetriebe geben, die den armen Viechern Eiweiß füttern, obwohl sie hochspezialisierte Grasfresser sind. (Stell dir umgekehrt vor du müsstest Gras essen.) Fleisch müsste einen wesentlich höheren Preis haben und die Menschen dürften nicht so viel davon konsumieren.

Ein Burger um 1,29? Das ist reiner Hohn. Angebote aus Brasilien, Argentinien oder was weiß ich – damit kann kein heimischer Bauer mithalten. Es ist nicht die Marktwirtschaft – es sind die ungleichen Spielregeln!

Dean Lewis auf Pixabay

Die EU ist gut, aber nicht immer und überall

Bevor ich zu den Lieferanten komme, sieh dir bitte die Dokumentation: “Der Bauer und der Bobo” von Kurt Langbein an. Florian Klenk vom Falter trifft auf Christian Bachler vom Bergerhof. Zu finden auf Netflix und … . Beim Schauen bekommt man ein Gefühl, mit welchen Schwierigkeiten unsere Nahrungsproduzenten zu kämpfen haben, von denen WIR abhängig sind. Franz Fischler, damals EU-Agrar-Kommissar wollte vor ca. 10 Jahren das Fördersystem ändern, biss sich aber die Zähne aus – soweit ich mich richtig erinnern kann. In der Dokumentation “Bauer unser” wurde ein Landwirt interviewt, und wenn ich es salopp zusammenfasse, dann bekam er keine Förderung weil er Kühe hatte, sondern er hatte Kühe damit er Förderung bekam. Ein perverses System, dass ich tatsächlich auch untermauern kann. In dem Buch “Handel ist Krieg” von Yash Tandon (2016) wird ein Beispiel erklärt. Nordafrikanische Bauern können lokal ihre Tomaten nicht verkaufen, weil die Märkte von viel billigeren niederländischen und EU-geförderten Glashaus-Tomaten überschwemmt werden. Aber bedenke vor deiner Meinungsbildung bitte die vergleichsweise niedrigen Lohn- und Energiekosten in Afrika zu denen in den Niederlanden. Das Fördersystem ist auf konventionelle Landwirtschaft, Fläche und Lobbyismus ausgerichtet. By the way, die Glashaus-Tomaten schmecken nach nichts – gar nichts. Das ist dicke rote Haut mit Wasser gefüllt. Das weiß man aber nur, wenn man tatsächlich reife (in dem Fall selbstgezogene) Paradeiser gegessen hat.

Bio-Lieferanten für dich

Fleischbox.at

Bio-Fleisch vom Feinsten. Der Geschmack ist mindestens drei Level höher, als das Bio-Fleisch aus dem Supermarkt. Sie eröffnen gerade ein neues Geschäft. Bei Selbstabholung gibt es Preisnachlass und es gibt nicht immer alles – und das ist gut so.

Bio-Hof Broschek

Ein tolles Geschäft in Guntramsdorf, wie eine Greißlerei, mit tollem Gemüse, Käse, Schinken (Kamptaler-Saunaschinken ist zum Niederknien), Fleisch, Öle, Pasta etc. Es ist ALLES Bio-Qualität. Die Öffnungszeiten sind Dienstag, Freitag, Samstag (bis 13:00). Ich fahre meistens mit der Badner Bahn hin, weil es gleich bei der Haltestelle ist. Was ich dort nicht finde, kann ich beim Billa und Bipa besorgen, die ebenfalls bei der Haltestelle sind.

Paradeisa.at

Du bestellst online bis spätestens Dienstag und holst am Donnerstag beim gewählten Paradeisa-Markt die Waren ab. Es werden jede Woche Nummern vergeben, und es gibt sehr schnell einen Wettbewerb, wer die niedrigste Nummer hat. Ist doch nett, oder?

Natürlich gibt es noch mehr Bio-Lieferanten, aber die habe ich selbst nicht ausprobiert. Von den 3 oben, kaufe ich die meisten Lebensmittel ein. Denn es ist nicht egal was wir essen und wer unser Geld bekommt. In der Doku “Der Bauer und der Bobo” kommt auch markta.at vor. Nach kurzer Suche fand ich noch adamah.at oder BioFerdl.at, die Obst- und Gemüsekistln liefern. Es gibt noch mehr, such einfach in Biomap, dann findest du in deiner Nähe den Bio-Lieferanten deines Vertrauens.

Bio und regional – ist nicht egal

Bio-Lieferanten sind nicht gleich gut. Wenn du auf Bio schaust, dann bitte auch auf regional. Ich war einmal so überschwänglich, dass ich endlich Bio-Bohnen fand und achtete dann nicht auf das Herkunftsland. Zuhause fiel es mir dann auf. Die Bohnen kamen aus China. Wäre es mir vorher aufgefallen, hätte ich sie nicht gekauft. Erstens fehlt mir das Vertrauen und zweitens ist der weite Weg Energieverschwendung. Die Bohnen kaufte ich bei Prokop und beim Spar habe ich sie dann auch gesehen. Sie waren von Davert. Wenn die Waren von soweit her sind, ist es für uns HIER wertbefreit. Bio-Bohnen aus China für die Einwohner dort, dann ist es wieder in Ordnung.

Bleib mir gewogen, wie eine Greißlerwaage

63 Gas

Wenn wir in unserer Wohnung Gas riechen, dann verfallen wir in leichte Panik. Wenn die WKO schreibt, dass wir in Österreich Gas gefunden haben, bricht wilder Freudentaumel aus und die Euro-Zeichen leuchten in ihren Augen. Mir ist mehr zum Weinen.

Was Erdgas in der Umwelt anrichtet, kannst du in Methan nachlesen und das Förderanlagen zu den größten Klimagasemittenten gehören in Satellite of Love. Zu Fracking kommen wir weiter unten.

Mit Gas grillen ist sooo reaktionär!

Gas in Oberösterreich (Molln)

Clemens Neuhold vom “Profil” hat die Geschäftsführung von ADX interviewt: ADX Energy-CEO Paul Fink und ADX-Österreich-Chef Alan Reingruber. Das australische Unternehmen will das Gasvorkommen in Molln fördern. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Wahrscheinlichkeit tatsächlich Erdgas zu finden: 20 – 30%; 18 km Pipeline (mit Verdichter oder ohne?); Zeithorizont bis Erdgas fließt: ca. 3 Jahre; Staat verdient 22 % des Marktpreises pro m3; Bundesforste haben Grundstücke schon verpachtet; Gas MUSS nicht nach Ö verkauft werden.

Profil, 20.01.2023

Wie man schnell erkennt, verdienen viele Beteiligte gutes Geld an diesem Vorhaben. Die Bundesforste, der Finanzminister, die Unternehmen die Bohren, Bauen und Warten, die Gemeinden etc. Die Menschheit verliert – aber das ist ja egal. Das Argument, dass wir unabhängiger von russischem Gas wären, zieht nur bedingt, da das geförderte Gas gar nicht nach Österreich verkauft werden muss und bis das erste Gas strömt, ist hoffentlich der Ukraine-Krieg auch vorbei. Spätestens dann hat die Welt Russland wieder lieb und Europa kauft wieder (mehr) russisches Gas, was zu niedrigeren Marktpreisen führen wird. 22 % von wenig, sind auch 22 %. Spannend ist auch die Frage, mit wie vielen Mio. € der Staat Österreich ADX fördert, damit sie das Gas gewinnen?

Die Schäden werden aber dauerhaft sein, durch Schlupf und Verbrennung!

Ich bin dagegen!

Fracking in Niederösterreich

In dem Beitrag “Fracking ist nichts für Sensible”, erklärte ich dir, wie Fracking funktioniert und was die Probleme dabei sind. In der “MIT Technology Review 7/2022” habe ich noch einige zusätzliche Fakten gefunden. Der Artikel von Hanns-J. Neubert “Fracking ist für Deutschland auch keine Lösung” beleuchtet noch einige Aspekte, die mir vorher nicht klar waren. Ich habe sie für dich zusammen gefasst.

Die Hälfte des eingepumpten Wassers kommt wieder hoch und bringt gelöste Stoffe wie Bromid, Chlorid, Barium und radioaktives Strontium an die Oberfläche.

Ein Frac bleibt nicht lang produktiv und muss in der Nähe neu aufgebrochen werden, dadurch reiht sich Bohrloch an Bohrloch. Die Verwendung von Geothermie wird dadurch auch erschwert und der Flächenverbrauch ist enorm.

Es ist bereits zu spät. Es müsste eine regelrechte Industrie für Fracking-Chemie und der Behandlung des Rückflusswassers errichtet werden. Das könnte in ca. 3 Jahren gelingen, bis jedoch nennenswerte Mengen Gas gefördert werden können, vergehen weitere 10. Da wären wir dann im Jahr 2036. Das geht sich mit dem Ziel der Klimaneutralität zeitlich einfach nicht aus.

MIT Technology Review 7/2022

Lassen wir das Gas wo es ist und konzentrieren wir uns auf umweltfreundliche Energiegewinnung. Erneuerbare Energien werden ein Wettbewerbsvorteil für die Wirtschaft werden, wenn der CO2-Rucksack der Produkte auf deren Preise umgelegt werden. Beginnen wir lieber erneuerbare Energie zu gewinnen, Stromspeicher zu bauen und Wasserstoff zu produzieren. Wenn schon bohren, dann für Geothermie.

Ich hoffe, der “Vielleicht-Gasfund” bleibt nur heiße Luft!

62 Küsse den Boden

Tiere haben mich immer mehr als Pflanzen interessiert. Als wir im Biologieunterricht dann begonnen haben Staubgefäße, Stempel etc. zu besprechen, bin ich eingeschlafen. Heute ist es mir peinlich, dass ich mich nicht besser in Botanik auskenne, aber dafür ist jetzt mein Interesse dafür mehr als geweckt. Für die Seite Boden sammelte ich Infos und siehe da ich finde immer noch welche. Diesmal sind sie leicht zugänglich und unterhaltsam. Und das schönste daran ist, dass sich die Infos mit denen decken, die ich schon kannte und dir zur Verfügung gestellt habe. Für solche Ereignisse hat schon Papst Johannes Paul II. zu sich selbst gesagt: “Küsse den Boden, Johnny!”

“Igitt! Asphalt ist widerlich. Lebendiger, lockerer, begrünter Boden – DAS schmeckt.”

Er war anscheinend Bodenconnaisseur – habe ich auch nicht gewusst.

Kiss the ground

Tatsächlich ist “Kiss the ground” eine Doku auf Netflix. Ja, sie ist sehr amerikanisch gemacht, aber damit passt sie gut zu unseren erworbenen Sehgewohnheiten. Der springende Punkt ist jedoch, dass die Fakten passen. Sie ist auf Englisch, aber mit Untertitel funktioniert es gut. Wenn du Boden gelesen hast, dann wirst du dich zurecht finden.

kisstheground.com

Eckpunkte der Doku:

Aus dieser Doku ist mir der Ansatz “Drawdown” ins Auge gesprungen. Mit Hilfe des Bodens und den darin lebenden Mikroorganismen und Pilzen + den Pflanzen oberhalb der Oberfläche Kohlenstoff binden – das ist der Weg! Wer jetzt abwinkt, weil alter Hut und so, sollte bedenken, wenn alle das schon machen würden, dann gebe es nur mehr Bio-Bauern und die Dünger- und Pflanzenschutzindustrie wäre in Konkurs. Es gibt auch ein Buch: Paul Hawken (Hg.) Drawdown – der Plan, Wie wir die Erderwärmung umkehren können, Gütersloher Verlagshaus. Ich habe es schon, aber ich habe noch viiiele Bücher vorher zu lesen. Vielleicht schiebe ich es dazwischen, um mich emotional wieder aufzupeppeln. Klimakrise macht auf Dauer depressiv und Hawken zeigt einen Ausweg. (Seufz – wie erfrischend!)

Mit Hilfe von Weiderindern (!!!) den Boden zur Kohlenstoff-Senke machen. Ich selbst verteufle auf der Seite Methan die unendliche Anzahl an Rindern auf diesem Planeten. Aber es ist wie so oft nicht nur alles schlecht. Wenn eine passende Anzahl (zur Weidefläche) Rinder auf einer bestimmten Fläche grasen, dann düngen die Tiere den Boden und stellen Nahrung für die Mikroorganismen unter der Oberfläche zur Verfügung. Sie sind auf dieser bestimmten Weideparzelle nur max. 3 Tage und kommen spätestens nach 6 Monaten dorthin zurück. Damit kann die Grasfläche nicht überweidet werden und die Mikroben und Pilze können sich vermehren. Der “Superorganismus” kommt wieder in Schwung. Diese Arbeitsweise haben unsere Urahnen schon betrieben und es klingt sehr nach Almwirtschaft. Ein Punkt für die Kuh.

“No-till”, lustige Wörter – ich weiß. Aber es bedeutet eine gänzlich andere Arbeitsweise in der Landwirtschaft. Pflug und Egge werden nicht mehr verwendet, sondern die Saat wird direkt in die Erde gepflanzt. Der Boden ist das ganze Jahr mit Pflanzen bedeckt, dadurch wird der “Superorganismus” weniger gestört, der Boden lebt also, und Erosion wird verhindert. Mehr Infos zu Direktsaat.

Genauso kommen wieder Permakultur und Agroforstwirtschaft vor.

Eigentlich wissen wir ohnehin schon alles, aber … “wir werden verhungern”, sagt der Bauernbund mit seinen besten Freunden Raiffeisen, BASF etc. Im Buch “Das leise Sterben” geht man davon aus, dass man mit Bio-Landwirtschaft 92% des Ertrages schafft, im Vergleich zu konventioneller Landwirtschaft und die Böden werden dabei nicht kaputt. In “Kiss the ground” spricht man davon, dass man mit den oben erwähnten Methoden mehr Ertrag bekommt und weniger Kosten entstehen. Die US-Böden müssen schon ziemlich tot sein, aber wir müssen nicht alles nachmachen. The American way of life hat schon lange ausgedient, finde ich.

Pixabay; Lang lebe der König! Oder die Königin oder beides!

Die Infos der Doku “Kiss the ground” decken sich auch mit denen von: “Das leise Sterben”. Wirf unbedingt einen Blick darauf, indem du auf den Titel klickst.

Statt leise zu sterben, küsse den Boden! (Bussi! Schmatz!)

61 Geld und Klima

Nein, die beiden Begriffe schließen einander nicht aus, je nach Blickwinkel. Geld und Klima kann bedeuten, dass ich zu viel Geld habe und Dinge verwende die schädlich sind für das Klima oder helfen die Klimakrise abzumildern.

Auf Ö1 gibt es bis Ende Februar einen Podcast zum Thema “Klimakiller Reichtum”. Die Redaktion von Ö1 schätze ich sehr, weil sie keinen Headline-Journalismus betreiben. Die Beiträge sind gut recherchiert und nicht reißerisch aufgemacht.

Es gibt ja noch immer Menschen, die am menschengemachten Klimawandel zweifeln – und sich dabei gut fühlen. Die Meinung von manchen dieser Leute haben leider auch Gewicht. Die Frage ist dabei immer, werden sie dafür bezahlt? Auch hier wären wir wieder beim Thema “Geld und Klima”. Manche Parteien scheinen auf solche *Bieeeep* zu hören.

Wer den Klimawandel sicher nicht mehr bestreitet sind Versicherungen. Im Kurier vom 23.12.2022 war ein Interview mit Kurt Svoboda, seines Zeichens Vorstandsmitglied von UNIQA für Finanz- und Risikomanagement und Bernhard Gaul, abgedruckt. Wer ein E-Abo hat kann sich das Interview hier durchlesen. Abgesehen von der Eigenwerbung, die Versicherung investiert stark in PV-Anlagen, was ich nur gutheißen kann, ist die Kernaussage folgende:

“Ein großer Rückversicherer [Eine Versicherung die Versicherungen versichert wie z. B. die Munich Re] schätzt aktuell die versicherten Schäden für Naturkatastrophen für 2022 auf global 110 Milliarden €.

Das ist weit mehr als der Zehnjahresdurchschnitt von 81 Mrd. $.

2022 hatten wir in Österreich bis November bereits mehr als 110 Mio. € Schaden nur aus Naturkatastrophen, im Schnitt der vergangenen sieben Jahren ist das ein Plus von rund 18 Mio. €.

Da kann ja niemand mehr sagen, das ist ein Pech, sondern das ist ein klarer Trend.

In Hochrisikogebieten versichern wir nicht mehr, also an bestimmten Flüssen oder Berghängen …

Kurt Svoboda, Vorstandsmitglied UNIQA; Kurier, 23.12.2022 “Klimakrise? Es ist 1 vor 12”

Apropos Munich Re, die hat auch einiges an Zahlen zu bieten: unbedingt die Website ansehen. Die weiteren Links unten, führen alle zur gleichen Seite. Man muss scrollen, sind aber die Arbeit wert.

Dort gibt es auch eine Karte der größten Schadensfälle weltweit in Bezug zur Versicherungsbranche.

Ebenfalls schlägt der Chef-Klimatologe und Geowissenschaftler der Munich Re Ernst Rauch in die gleiche Kerbe wie Kurt Svoboda. (2 Min. Video). Für das Video bitte scrollen. Die Überschwemmung in Ahrtal kostete den Versicherern 4x mehr im Vergleich zu Überflutungen in Deutschland die Jahre zuvor.

Für Deutschland gibt es Beitrag von QUARKS: “So teuer werden die Folgen des Klimawandels”.

Den superreichen Personen wünsche ich, dass sie die Einsicht haben und ihr Geld wenigstens zum Teil FÜR DIE MENSCHHEIT ausgeben und nicht nur für sich, denn vermutlich langweilt sie ohnehin schon alles. Altruismus macht ein gutes Gefühl, das kennen sie vermutlich noch gar nicht. Und die mächtigen, uneinsichtigen Personen, die absichtlich das Klima, Flora und Fauna im großen Stil schädigen, die soll … [ist leider von mir zensuriert worden]. Dazu habe ich auch eine Assoziation zur Dantes Göttlicher Komödie wie in 18 beschrieben.

Auch wenn man der wohlhabendste Mensch der Welt ist, so hat das alles keinen Wert wenn der Tod sich ankündigt. DALLE-2 hat mir wieder ein Bild gemacht, dass diese Weisheit bildlich ausdrückt.

Bild: DALLE-2 und meine Wenigkeit; Wenn die Yacht eines Superreichen in einen Hurricane kommt, und die Person dieses Ereignis selbst gefährlicher gemacht hat, dann birgt das eine gewisse Ironie in sich.

Bleib gesund und rede mit deinen Freunden über das Thema!

60 grün-weiß-grün

Wer hat die Bilder nicht gesehen? Die berühmte Abfahrt in Kitzbühel präsentiert sich in grün-weiß-grün. Jetzt weiß ich auch warum sie Streif heißt. Die Piste ist ein weißer Streif’ in grüner Landschaft. Hier zum Nachschauen.

Ich weiß nicht, ob es ein Glück für den Tourismusverband war, dass es rechtzeitig geschneit hat, oder Pech. Wären die Pisten aper geblieben, dann wären die Hoteliers und Liftbetreiber über ihre eigene Sturheit gestolpert und hätten ihr Wirtschaftskonzept überdenken müssen. Der Wintertourismus wird quasi zu Tode geritten.

Achtung Satire – es gilt die Unschuldsvermutung!

Damit die Touristen von den schlechten Schneeverhältnissen nicht geschockt werden, fordert der Tourismusverband von der Regierung eine neue Österreich-Flagge. Dann können sie behaupten, es war immer schon so. Außerdem ist die Legende hinter rot-weiß-rot, blutig und gänzlich politisch unkorrekt. Also Flagge neu!

zugespielt von der Halbtages-Presse.

Aber Spaß beiseite, es war noch nie so offensichtlich, dass Wintertourismus ein Ablaufdatum hat. Die Menschen, die davon etwas haben, klammern sich wie ein Ertrinkender an ein Brett. Das ist auch verständlich. Wer möchte schon sein Einkommen verlieren, noch dazu ein gutes. Es wurden Unsummen in Hotels, Lifte, Schneekanonen etc. investiert. Möglicherweise reicht in Zukunft das Landschaftsbild in grün-weiß-grün. Vielleicht kommen die Touristen dann im Sommer, weil es in den Bergen kühler ist – oder auch nicht.

Fallbeispiel “Gurgl”

Früher hieß die Ortschaft Obergurgl, dann wurden die weitläufigen Hotels mit eingemeindet und heute heißt der Ort nur mehr Gurgl. Das Dorf hat sage und schreibe 420 Bewohner. Der springende Punkt ist aber, dass jedes Jahr ca. 85.000 Touristen beherbergt werden. Da fehlt mir gefühlsmäßig die Balance.

1925 hat Gurgl so ausgesehen.

1935 hat es eigentlich immer noch so ausgesehen.

In den 1940ern begann der Tourismbetrieb. 1950 sah es schon so aus.

1955 hatte Skifahren noch Charme

Heute sieh es so aus. Wohnt in jedem Haus 1 Einwohner?

Ob für den Sommertourismus die Hotelburgen interessant sind, weiß ich nicht. Wenn die Touristen weg sind, ist auch das Geld weg. Was passiert dann mit Betonklötzen? Eine Marktbereinigung wird auf alle Fälle einsetzten.

Eine Empfehlung habe ich noch für dich. Felix Mitterer, ein gebürtiger Tiroler, hat das schon damals erkannt. In der “Piefke-Saga” wird dieses Thema ausführlich durch den Kakao gezogen. Auch ein Tipp für dich, wenn du den jungen Tobias Moretti sehen möchtest.

Böse Zungen behaupten, dass Gurgl deshalb so heißt, weil es dem typischen Geräusch der Tourist*innen beim Après-Ski ähnelt.

Prost oder Berg heil – kommt auf das Gleiche hinaus. Rot-weiß-rot oder grün-weiß-grün auch schon wurscht. Was der Tourismusverband will, das bekommt er.

Bleib cool – aber frieren musst du auch nicht.

PS: Das Thema Eis wird auch in Wasser behandelt.

59 Klimarat – und jetzt?

Kannst du dich an den Klimarat noch erinnern? Das waren doch die … eh nein doch nicht. Eine kleine Stütze: 88 zufällig ausgewählte Personen, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Österreichs darstellen, haben sich 6 Wochenenden getroffen. Sie haben diskutiert, gelernt und ausgearbeitet, was die Regierung hinsichtlich des Klimawandels tun solle. Im Juni 2022 wurden die 93 Empfehlungen überreicht, eigentlich staatstragend – nicht von der Zeremonie, sondern vom Inhalt. Hier der Link zum Klimarat.

Diese Zusammenkünfte und das Produkt hat sich die Regierung ganz schön was kosten lassen: viele Fotos, alles sehr professionell. Es soll wohl der Eindruck entstehen, dass es den derzeitigen Staatenlenker*innen wichtig sei. Den Inhalt finde ich nicht gleich (wegen den vielen Fotos), aber dafür sehr gut. Bei der Empfehlung “Subventionen für fossile Energie abschaffen” fühle ich regelrecht, wie sich manche Politiker*innen vor Schmerzen krümmen.

“Verpflichtende Photovoltaik bei Neubauten”: verdammt noch mal, ist das noch immer nicht in der Bauordnung verankert? Früher musste man in ein neu gebautes Haus einen Schutzraum im Keller einbauen. Das ging, aber ein paar Paneele auf das Dach schrauben geht nicht? Wenn wir schon dabei sind, dann sollte der Lärmschutz in Mehrparteienhäusern so gut sein, dass man seine Nachbarn nicht hört. Das war das einzige, das mich in Mietwohnungen wirklich gestört hat.

Die 93 Empfehlungen des Klimarates

Frau Gewessler, ihres Zeichen Umweltministerin, sagte zu, so viele Empfehlungen umzusetzen wie möglich. (derstandard.at). Das ist leider ein dehnbarer Begriff, aber der traurigen Wahrheit entsprechend. Ohne absolute Mehrheit kann man nicht machen was man will. Die Schutzbeauftragten für Wirtschaftstreibende stehen da gerne auf der Bremse, so lange bis die Wirtschaft vom Wandel überrollt wird. Ich kann nur nochmal betonen: das Zauberwort heißt nicht Lobbyismus sondern Planungssicherheit. Die Wirtschaftslenker haben schon länger erkannt, dass sie sich dem Klimawandel entsprechende anpassen müssen, sie wollen nur die Rahmenbedingungen geklärt haben. Im Video vom Klimarat spricht Herr Georg Kaser (Glaziologe) von der Uni Innsbruck folgenden Satz der sich bei mir eingebrannt hat. Ich fasse ihn für das bessere Verständnis zusammen.

Jetzt können wir noch entscheiden, ob wir einen Systemwandel by design haben wollen, oder einen by desaster.

Georg Kaser, Klimarat.org

Wir glauben immer, dass die jetzt notwendigen Maßnahmen so teuer seien, aber wenn die Kacke erst mal am Dampfen ist, sind die Kosten viel, viel höher und die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkter.

Ich hoffe inständig, dass die Regierung den Empfehlungen des Klimarates folgt und mithilft den Staat Österreich und die Wirtschaft in eine klimafreundlichere Zukunft zu führen, aber mein böses Unterbewusstsein sieht das eher so:

Wann da Herrgott ned wü, nutzt des goanix!